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Untersuchung / Beurteilung der vorderen Schubladenbewegung

Untersuchung der vorderen Schubladenbewegung

Damit werden das vordere Kreuzband sowie die seitlichen und dorsalen Stabilisatoren beurteilt.

Untersuchung: Der Patient liegt entspannt in Rückenlage, das Hüftgelenk ist 45º, das Kniegelenk 90º gebeugt. Mit seinem Gesäss fixiert der Untersucher den Fuss des Patienten in unterschiedlichen Rotationsstellung: 30º Innenrotation, Neutralposition und 30º Aussenrotation. Auf die Entspannung der ischiokruralen Muskulatur muss geachtet werden. Der proximale Tibiaanteil wird nach ventral gezogen bzw. nach dorsal gedrückt. Die Schwierigkeit dabei ist, die genaue Ausgangsposition festzulegen, von der aus eine ventral gerichtete Kraft eine vordere Schublade hervorruft. Daneben liefert die Anschlaghärte wertvolle Hinweise über den Zustand der Kreuzbänder: ein intaktes VKB zeigt sich beim Prüfen der vorderen Schublade in einem harten Anschlag (siehe Video unten).

Bei frischen Verletzungen ist die Prüfung der vorderen Schublade in 90º Flexion häufig negativ, weil die Patienten diese Flexion nicht schmerzfrei erreichen. Die schmerzbedingte Abwehrspannung kann eine scheinbare Stabilität vortäuschen. Deshalb ist in der Akutsituation die Prüfung in geringerer Flexionsstellung (siehe Lachmann-Test) zu bevorzugen.

Rotationsschublade: Die Schubladenbewegungen werden nicht nur in Neutralstellung, sondern auch in Innen- und Aussenrotationsstellung des Unterschenkels geprüft. Die Rotation bewirkt eine An- bzw. Entspannung noch intakter Bandstrukturen, welche damit die Instabilität grösser bzw. kleiner erscheinen lässt.

Jede vordere Schublade ist erst dann eine vordere Schublade, wenn der Beweis erbracht ist, dass keine hintere Schublade vorliegt.

Untersuchung

Beurteilung der vorderen Schubladenbewegung

Vordere Schublade 90º Flexion, Innenrotation des Unterschenkels 90º Flexion, Unterschenkel in Neutralrotation 90º Flexion, Aussenrotation des Unterschenkels
I (keine) Achtung: Intakte dorsolaterale Bandstrukturen (Tractus iliotibialis und HKB) verhindern eine vordere Schubladenbewegung im Fall einer Ruptur des VKBs und der dorsomedialen/medialen Kapselbandstrukturen! Mediale und laterale Bandstrukturen intakt. Vorderes Kreuzband möglicherweise rupturiert Mediale und dorsomediale Kapselbandstrukturen intakt
II (gering) Ruptur des vorderen Kreuzbandes; Verletzung des Arcuatumkomplexes und des iliotibialen Bandes; evtl. Läsion der medialen und dorsomedialen Strukturen Läsion der medialen und / oder lateralen Kapselbandstrukturen. Ruptur des vorderen Kreuzbandes möglich, aber nicht obligat. Bei festem Anschlag ist eine hintere Kreuzbandruptur auszuschliessen Mediale und dorsomediale Bandstrukturen rupturiert
III (gross) Vorderes und hinteres(!) Kreuzband, laterale und dorsolaterale Kapselbandstrukturen, iliotibiales Band verletzt Ruptur des vorderen Kreuzbandes und Läsion der medialen und dorsomedialen und / oder lateralen und dorsolateralen Strukturen. Hintere Kreuzbandruptur möglich Vorderes Kreuzband sowie die medialen und dorsomedialen Bandstrukturen sind rupturiert
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